Dienstag, 12. April 2011

Kaye - Drei

Drei »Sie sind gruselig«, sagt Yu. »Sie können mich sehen!«
»Niemals«, erwidere ich. »Nur ich kann dich sehen.«
Ich liege auf meinem Bett, während Yu aufgeregt im Zimmer herumschwebt. Ich versuche mir so wenig wie möglich von meiner eigenen Aufgewühltheit anmerken zu lassen.
»Und wenn nicht? Außerdem wissen sie von deinen Flügeln!«, ereifert sich die Kleine weiter. »Und findest du es nicht komisch, dass sie dich scheinbar gezielt abgefangen haben und dann plötzlich verschwunden waren?«
Ich drehe mich mit dem Gesicht zur Wand, um sie nicht anschauen zu müssen, denn dann würde sie sehen, dass ich unsicher wie noch nie bin. »Schon, aber...« Aber? Was denn aber? Wenn ich das nur wüsste!
»Wir müssen sie ausfindig machen«, meint Yu nun und lässt sich auf meinem Schreibtisch nieder. »Von Ariadne und Dylan wissen wir doch, dass ihr Vater der städtische Doktor ist. So dürfte es nicht so schwer werden.«
»Und was willst du zu ihnen sagen?« Ich setze mich auf und blicke sie ein bisschen zu wütend an.
Plötzlich wird Yu ganz kleinlaut. »Weiß ich doch auch nicht«, flüstert sie und schaut auf ihre kleinen Füßchen. »Aber wir müssen doch irgendwas tun...«
»Was du nicht sagst« Ich erhebe mich, ziehe im Laufen den Pullover aus und lasse ihn auf sie fallen. Nach einer heißen Dusche würde es mir sicher besser gehen.

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